Traditionelles Kappenputzen in der Residenz von Prinz Jannis I.
Seit Aschermittwoch lag sie im Schrank, und vermisst hat sie ehrlich gesagt keiner: unsere Narrenkappe, samt Staub, Glitzerresten und dem Bier vom letzten Ball. Am Samstag, dem 7. November 2026, war damit Schluss. In der Residenz von Prinz Jannis I. stand das traditionelle Kappenputzen an.
Der Brauch ist schnell erklärt. Bevor die neue Session beginnt, wird die Kappe vom „Schmutz“ der alten befreit. Wer mit blitzeblanker Kappe startet, darf sie bis Aschermittwoch wieder nach Herzenslust einsauen.
Ein Gedicht vor dem ersten Wisch
Bevor auch nur ein Lappen kreisen durfte, griff unser Vizepräsident Ralf Lake zum Manuskript. Zu einem langen. In Reimen nahm er auseinander, was unter so einem Kappenrand alles zum Vorschein kommt: „Ein alter Bon, ein Glitzerstein – was mag das denn wohl alles gewesen sein?“ Auch der Elferrat bekam sein Fett weg. Der braucht vor dem Putzen erst einmal einen Plan, bis von hinten einer ruft: „Ach Quatsch, nun fangt doch endlich an!“
Die Hausordnung für Drückeberger lieferte Ralf gleich mit. Wer seine Kappe vergessen hat, ist noch lange nicht frei: „Der kriegt ’nen Lappen in die Hand und putzt die Theke bis zum Rand!“ Und wer sich heimlich verdrücken will, putzt die Gläser, „und zwar still“.
Mehr als nur Glanz
Zwischen den Kalauern steckte auch ein ernster Gedanke. Ralf erinnerte an die alte Ems-Pünte, die mit Mast und Segel Fracht von Ort zu Ort brachte und dabei Wind und Wasserstand trotzte. So ein Schiff kommt nur mit Mannschaft weit, und bei uns ist das nicht anders: Prinzengarde, Ex-Stadtprinzen, Ex-Pünten, Eleven Kisses, Brassband, Ehrenmitglieder und alle, die den Verein mittragen. Oder, in Ralfs Worten: „Die Kappe soll zwar glänzend sein, doch wichtiger ist unser Verein!“
Fazit: Danke, Ralf, für so viel Reim und so wenig Gnade. Die Kappen glänzen, die Session kann kommen. Und für alle, bei denen das Polieren nicht recht anschlagen wollte, hatte Ralf die Erklärung schon parat: „Doch bei manchem Kopf darunter hilft das Putzen nicht!“ Ein dreifaches Pünte Ahoi – Greven Helau!
Das Gedicht zum Nachlesen
Liebe Freunde, seid willkommen,
schön, dass ihr euch Zeit genommen!
Heute soll es lustig sein,
denn wir läuten die Session nun ein!
Ein besonderer Gruß, der muss jetzt sein,
gilt unserem Stadtprinzen, stolz und fein!
Als Oberhaupt in dieser Zeit
steht er für Frohsinn stets bereit.
Und natürlich unser Elferrat,
der immer einen Spruch parat.
Beim Feiern stets in erster Reih’,
an ihm geht die Arbeit nie vorbei!
Doch heute, Freunde, sind wir hier,
nicht nur für Schnaps und Bier.
Nein, heute wartet eine Pflicht,
denn ohne Glanz geht’s einfach nicht!
Das Kappenputzen steht heut an,
und jeder zeigt, was er so kann!
Seit Aschermittwoch gut verstaut,
wird sie nun kritisch angeschaut.
Da sitzen Staub und Glitzerreste,
Erinnerungen an die letzten Feste.
Ein bisschen Bier vom letzten Ball,
Konfetti klebt noch überall.
Und schaut man unterm Kappenrand,
entdeckt man Schätze allerhand:
Ein alter Bon, ein Glitzerstein –
was mag das denn wohl alles gewesen sein?
Vielleicht ein Rest der letzten Nacht,
in der man ordentlich gefeiert hat!
Mit Lappen, Tuch und Politur
beginnt die große Putzprozedur.
Doch einer schaut die Kappe an
und sagt: „Die glänzt doch noch, Mann!“
Ein Kamerad hat das Tuch vergessen,
ein anderer denkt schon längst ans Essen.
Dann ruft’s von hinten: „Ich bin bereit!“
Gemeint ist wohl die Bierchenzeit.
Doch Freunde, eines muss heut sein:
Die Kappen müssen blitzeblank sein!
Denn wer im Karneval was auf sich hält,
der glänzt, bevor die erste Flasche fällt!
Nun schauen wir zum Elferrat,
der immer gute Ideen hat.
Bei Sitzungen wird viel gesprochen,
da wird geplant, gezählt, versprochen.
Kaum liegt ein Lappen auf dem Tisch,
wird die Diskussion ganz frisch.
„Wir brauchen erst mal einen Plan!“
„Ach Quatsch, nun fangt doch endlich an!“
Ob trocken putzen oder nass –
die Diskussion macht richtig Spaß.
Doch dann packt jeder kräftig an,
so gut ein jeder eben kann.
Da wird gewischt, da wird poliert,
bis auch der letzte Fleck kapituliert.
Und zwischendurch wird kontrolliert,
ob auch das Bier korrekt serviert.
Die Qualitätskontrolle lacht
und hat das Bier gleich mitgebracht.
Sie prüft den Schaum mit Kennerblick
und gibt das leere Glas zurück!
So wird geschrubbt und auch gelacht,
bis endlich jede Kappe lacht.
Und ist die Arbeit dann vollbracht,
wird auf die neue Zeit ein Glas gebracht!
Auch unser Stadtprinz schaut heut zu,
beim Kappenputzen gibt’s kein Ruh’.
Er sieht, wie eifrig man poliert
und nebenbei noch diskutiert.
Und wenn der Prinz dann freundlich lacht,
hat er den Sinn der Sache gleich gerafft!
Ein Prinz regiert mit Würd’ und Glanz,
wir putzen hier mit Lappentanz.
Da wird geschrubbt, da wird poliert,
bis jedes Staubkorn kapituliert.
Und Stadtprinz, schau genau heut hin,
das Kappenputzen hat schon Sinn:
Wer hier schon bei ’nem Lappen schwitzt,
weiß später auch, wie seine Kappe sitzt!
Die Ems-Pünte, stolz mit Mast und Segel,
transportierte Fracht – das war die Regel.
Sie nahm die Waren mit an Bord
und brachte sie zum nächsten Ort.
Sie trotzte Wind und Wasserstand,
hielt ihren Kurs mit sichrer Hand.
Und dieses Schiff aus alter Zeit
steht heut für uns und Einigkeit.
Auch bei uns weht manchmal Gegenwind,
doch wir halten zusammen, wie wir sind.
Mal gibt’s Diskussionen, laut und lang,
dann zieh’n wir trotzdem an einem Strang.
Ein Schiff kommt nur mit Mannschaft weit,
und uns trägt die Gemeinsamkeit.
Es braucht die Mannschaft, das ist klar,
so ist es bei uns Jahr für Jahr.
Die Prinzengarde steht bereit,
mit Ex-Stadtprinzen aus vergangner Zeit.
Auch unsre Ex-Pünten sind dabei,
mit Herz, Humor und Narretei.
Die Eleven Kisses legen los,
mit Tanz und Stimmung – ganz famos!
Die Brass Band stimmt die Lieder an,
bei denen keiner stille stehen kann.
Die Ehrenmitglieder nicht vergessen,
ihr Einsatz lässt sich kaum ermessen.
Und alle, die den Verein mittragen,
verdienen Dank an allen Tagen!
Ob Elferrat, ob jung, ob alt,
gemeinsam geben wir dem Verein Gestalt.
Denn jeder Einzelne zählt mit rein,
erst alle zusammen sind unser Verein!
Und wenn es drauf ankommt, ist klar,
dann sind wir füreinander da!
Nun ist genug geredet worden,
sonst kriegt der Staub noch einen Orden!
Die Kappen warten, Staub sitzt fest,
und gleich beginnt der Härtetest!
Wer seine Kappe nicht dabei,
ist deshalb noch lange nicht frei:
Der kriegt ’nen Lappen in die Hand
und putzt die Theke bis zum Rand!
Und wer kein eigenes Putzzeug hat,
bekommt ’nen Lappen vom Elferrat.
Wer nur am Tresen stehen bleibt,
wird kurzerhand zum Dienst eingeteilt.
Und wer sich heimlich drücken will,
der putzt die Gläser – und zwar still!
Doch eines möcht ich noch erwähnen,
bevor wir uns beim Putzen quälen:
Die Kappe soll zwar glänzend sein,
doch wichtiger ist unser Verein!
Dass wir gemeinsam lachen können,
uns gegenseitig mal ’nen Spruch gönnen.
Dass wir zusammen Feste machen,
auch über eigne Fehler lachen.
Dass man mal streitet, das ist klar,
und sich verträgt – wie jedes Jahr.
Es zählt nicht nur, was glänzt und blinkt,
sondern das, was uns zusammenbringt.
Denn unser Verein, das ist gewiss,
lebt von Gemeinschaft, die so wichtig ist!
Die neue Session steht bereit,
voll Frohsinn, Spaß und Heiterkeit!
Auf schöne Stunden, Spaß und Lachen,
auf all die herrlich närrischen Sachen.
Drum Kappen hoch, den Lappen ran,
damit die Session starten kann!
Und eh ich jetzt vom Reden schwitze,
kommt zum Schluss die letzte Spitze:
Die Kappen müssen glänzen, das ist Pflicht,
doch bei manchem Kopf darunter hilft das Putzen nicht!
In diesem Sinne:
Auf unseren Stadtprinzen, auf unseren Verein,
auf eine Session voller Freude – so soll’s sein!
PÜNTE AHOI GREVEN!


