Greven – Farbenfrohe Uniformen, glänzende Standarten und fröhliche Gesichter: Am Samstag verwandelte sich die St.-Josef-Kirche in ein Meer aus Karneval. Zahlreiche Mitglieder der Grevener Karnevalsvereine feierten gemeinsam einen festlichen Gottesdienst – angeführt von Stadtprinz Jannis I. und Püntemariechen Dana. Mit dabei: die Abordnungen der KG Emspünte, des CCFfL, der KGeht noch was, des KA-Ki-V und der ReKaGe. Doch wer dachte, Pfarrer Mombauer würde sich von der närrischen Übermacht zu sanften Worten verleiten lassen, lag falsch.
Predigt mit Witz und Botschaft
Mit einer Mischung aus Büttenrede und Gesellschaftskritik überraschte Mombauer die Gemeinde. Ausgangspunkt war ein fiktiver „Himmelsbrief“ eines verstorbenen Greveners, der von oben auf die Emsstadt blickt. Während er die schönen Kirchenfassaden lobt, mahnt er zugleich: „Innen ist es oft leer.“ Humorvoll reimte der Pfarrer Mombauer:
„Bei eurer Trauung stellte man euch Gewissensfragen. Kommt demnächst doch mal von selbst – nicht erst, wenn der (Sarg-) Deckel drauf ist.“
Politische Spitzen mitten im Karneval
Auch die große Weltpolitik blieb nicht verschont: Donald Trump und Wladimir Putin bekamen ihr Fett weg – samt Platz in der Hölle. Für das lauteste Gelächter sorgte ein Witz über Trumps vermeintliche Rettung mit einem Schulranzen statt eines Fallschirms. Dahinter steckte eine klare Botschaft: Wahre Größe zeigt sich nicht im Amt, sondern in Menschlichkeit.
Kritik an der „Avatar-Kirche“
Besonders aufmerksam lauschten die Anwesenden bei der Kritik an den Strukturreformen im Bistum. Mombauer zeichnete das satirische Bild einer Kirche ohne Priester vor Ort, in der ein „Avatar“ die Gläubigen begrüßt. Sein klares Statement:
„Jesus war kein Avatar – er war immer live.“
Lob gab es für die lebendige Arbeit vor Ort, wie die Sternsinger, die stolze 27.000 Euro sammelten, und die Chöre, die für ihn das „Fleisch in der Suppe“ der Gemeinde sind.
Sessionsorden als Dank
Zum Abschluss verlieh Püntemariechen Dana stellvertretend für die KG Emspünte den Sessionsorden an Pfarrer Mombauer – eine Geste, die der Geistliche sichtlich erfreut entgegennahm. Mit herzlichen Worten bedankte er sich bei allen Vereinen für das lebendige Zeichen der Gemeinschaft.


